Antragsteller: Johannes Lau (KV München)
Die Jungen Liberalen stehen für ein freies Internet als unverzichtbare Grundlage von
Meinungsfreiheit, Selbstbestimmung und pluralistischem Diskurs. Das Internet ist
heute das zentrale Medium, in dem Bürgerinnen und Bürger ihre Grundrechte ausüben –
doch genau diese Freiheit gerät zunehmend unter Druck. Unberechtigte
Hausdurchsuchungen wegen bloßer Online-Äußerungen und willkürliche Löschungen von
Inhalten zeigen, dass der Staat immer öfter direkt in die digitale Meinungsäußerung
eingreift. Problematisch ist hier insbesondere die Anwendung von § 188 StGB. Liberale
dürfen sich in emotional aufgeladenen Debatten um Hass, Hetze oder „Desinformation“
nicht zu voreiligem Aktionismus verleiten lassen. Statt immer mehr Regulierung und
Überwachung brauchen wir ein klares Bekenntnis: Freiheit zuerst.
- Im Zielkonflikt zwischen Freiheit im Netz und dem Schutz vor Beleidigungen, Hass
oder sonstigen subjektiven Beeinträchtigungen entscheiden sich die Jungen
Liberalen im Zweifel immer für die Freiheit. Der Staat hat nicht die Aufgabe,
jeden Bürger vor Meinungen zu schützen, die anderen missfallen. Meinungsfreiheit
endet erst dort, wo unmittelbare, konkrete Rechtsgutsverletzungen vorliegen –
nicht bei subjektivem Unwohlsein. - Wir lehnen das Konzept von Trusted Flaggern ab. Jede Einbindung staatlicher
Organisationen in die Content-Moderation, die Plattformen zu vorgelagerten
Zensurinstanzen macht, untergräbt die Rechtsstaatlichkeit und schafft
Einfallstore für einseitige politische Einflussnahme. - Die Finanzierung politisch einseitiger NGOs und Institutionen im Bereich
Internet-Regulierung und Content-Moderation ist einzustellen. Öffentliche Mittel
dürfen nicht dazu verwendet werden, ideologisch gefärbte Akteure mit staatlicher
Macht auszustatten. - Wir lehnen staatliche Regulierungen und Stellen, die auf eine Einschränkung des
freien Internets abzielen, vollständig ab. Eine Internet-Ombudsstelle mit
Meldungs- und Eingriffsfunktion lehnen wir ab. - Wir sagen klares Nein zu Cyber-Patrouillen und jeglichem staatlichem oder
staatlich gefördertem Monitoring öffentlicher und privater Inhalte.
Automatisierte, vor allem durch KI, oder manuelle „Patrouillen“ im Netz
verstoßen gegen liberale Grundsätze und schaffen einen Überwachungsstaat. - Wir fordern die strikte Wahrung von Netzneutralität und das Verbot von
Uploadfiltern. Jede Form von staatlich erzwungener Filterung oder Priorisierung
von Inhalten gefährdet das freie Internet und führt zu Overblocking. Ein klares
Fair-Use-Prinzip nach amerikanischem Vorbild muss gelten. - Jeder hat ein Recht auf starke Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ohne Hintertüren.
Der Staat hat kein Recht, die private Kommunikation systematisch lesbar zu
machen – weder durch Gesetze noch durch technische Vorgaben an Anbieter. - Wir fordern den Schutz der Anonymität und die Ablehnung jeglicher
Klarnamenpflicht. Die Möglichkeit, anonym oder pseudonym im Netz aufzutreten,
ist ein wesentlicher Bestandteil der Meinungsfreiheit und muss uneingeschränkt
erhalten bleiben. - Diskriminierung lehnen wir entschieden ab. Dennoch ist es nicht Aufgabe des
Staates, Algorithmen, KI-Systeme oder Plattformen auf mögliche Diskriminierung
zu überwachen oder mit entsprechenden Regulierungspflichten zu belegen. Der
Begriff der Diskriminierung ist definitorisch nicht trennscharf einzugrenzen und
kann – auch unbeabsichtigt – zu politisch einseitiger Zensur führen.